Schmerzhaft genial

Themenausstellung über Künstler und ihre Krankheitsbilder

Konzept, Redaktion und Gestaltung: Ulrike Damm

Umsetzung: Damm und Lindlar, 2008 

 

In der Ausstellung sind Kunstwerke aus sechs Jahrhunderten versammelt. Mit
diesen Werken, ergänzt um biografische Darstellungen, Selbstzeugnisse der
Künstler, kunsthistorische und literarische Kommentare soll das Verhältnis des
Menschen zu sich selbst, insbesondere zum Phänomen »Krankheit«, derart
dargestellt werden, dass man sich dieses Verhältnisses bewusst werden und
sein Verhalten nutzvoll ändern kann.


Die Ausstellung bietet keinen kunsthistorischen Diskurs, keine medizin-
wissenschaftliche Abhandlung, sondern sie entwickelt ein assoziatives Muster,
eine narrative Wand, ein Dialogfenster, das der Besucher für sich gestalten
und nutzen kann.
 

Katalog Beispielseiten




Die Beispiele aus Dürers Werk in der Ausstellung die beigefügten Interpretationen
und Texte machen erfahrbar, in welch ursprünglichem  Verhältnis die Kunst zum
Menschen steht, warum die Kunst so eindringlich auf uns wirkt selbst wenn sie vor
Jahrhunderten geschaffen wurde.


Daniel Spoerri ist der einzige Künstler in der Reihe, der nicht von Krankheit
befallen darüber reflektiert. Der Erfinder des Musée Sentimental, jener
Ausstellungsform, die von Assoziationen und Dialogen lebt, den homo ludens
ins Spiel bringt, zeigt uns die Waffen der Medizin, hinter denen der Mensch
zu versinken droht.



Mit Kartazyna Kozyra sind wir mitten in einem Krankheitsbild. Schonungsloszeigt sie die Wirkungen der Chemotherapie am eigenen Körper, spiegelt damit die unbarmherzigen Erwartungen an Schönheit und Perfektion in unserer Gesellschaft. Giovanni Manfredini – vom Feuer fast vernichtet – leitet nicht nur seine Kunst,sondern seine Maltechnik von dieser Erfahrung ab. Die ungeschützte Haut ist das, was ihn berührt.




Anders als Dürer, der niemals sein eigenes Leiden ins Bild gesetzt hätte,
zeigt Goya in den Selbstbildnissen durchaus den an sich selbst, an der
Krankheit, an seiner Zeit leidenden Menschen.



Ernst Ludwig Kirchner, der bedeutenste Maler des deutschen Expressionismus, muss – durch den ersten Weltkrieg schwer gezeichnet – auch noch die Nazi-herrschaft, die Perversion der „Entarteten Künste“ erleben biser schließlich den Freitod wählt. In vielen seiner Bilder und Selbstzeugnissenwird die Krankheit
an der Gesellschaft sichtbar. Der geniale Künstler, krank gemacht und zerstört
von seiner Zeit.

schmerzhaft genial

künstler und ihre krankheitsbilder

damm und lindlar verlag

Herausgegeben von Ulrike Damm

 

ISBN 978-3-9812268-2-3